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Volume 102 • Number 3

July 2003



 

Þsthetik als begnadete Sp¹taufkl¹rung. Zum Verh¹ltnis von Kunstdiskurs und Glaubensbegriff im ausgehenden achtzehnten Jahrhundert

Kai Hammermeister, Ohio State University

Dem Mittelalter war es eine Gewi¤heit, da¤ die Schùnheit der Welt nicht losgelùst von Gott betrachtet werden kann. Die Schùnheit eines Dinges diente nicht diesem selbst zum Ruhm, es heraushebend aus der Vielzahl der Dinge durch diese eine Eigenschaft, sondern war indirektes Gotteslob. So kam das Pr¹dikat Schùnheit letztendlich weniger dem Einzelding als Gott zu, war Abglanz, splendor dei. Damit hatte Schùnheit BrÙckenfunktion zwischen Welt und jenseitigem Gott, denn das schùne Ding war zwar in der Welt, aber nicht eigentlich weltlich. So entging auch die Kontemplation schùner Objekte-falls sie denn theologisch zugelassen war, denn bisweilen wurde ihr auch der Vorwurf der Ablenkung von den tats¹chlich wÙrdigen Objekten der Andacht gemacht-zumindest dem Vorwurf der sÙndhaften vanitas, der Hingegebenheit an den Schein des Verg¹nglichen, denn das eigentliche Objekt der Schùnheitsschau war dessen Ursprung, Gott. Im Schùnen bewahrt die Welt die Erinnerung an den creator mundi, dessen Wirken den Menschen mit preiswÙrdigem Seiendem umgeben hat.

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